Autor: Olaf

  • Was kümmert mich Feuerwerk?

    Was kümmert mich Feuerwerk?

    Silvesterfeuerwerk in Lüchow 2025. Da hat sich jemand mächtig ins Zeug gelegt und die Wow-Latte hoch gehängt. Die Frage was das wohl gekostet haben mag, bleibt unbeantwortet und nicht nur die.

    Ich mag den Umstand, dass in Lüchows Innenstadt seit Jahren ziemlich zuverlässig nicht geböllert wird. In diesem Jahr habe ich zwar weder Ordnungsamt noch Polizei Patrouille fahren sehen, aber das heißt nun wirklich nichts.

    Ich gestehe, dass ich für Feuerwerk eigentlich ziemlich zu haben bin. Aber ich glaube auch, dass dessen Zeit zu Ende geht. Bis dahin habe ich den Irrsinn, den sich jemand in Richtung Kolborn geleistet hat, ziemlich genossen. Respekt, das sah ziemlich professionell aus (siehe das oben eingebettetete Video (hier)).

    Wir fragen uns nun schon seit gestern Abend:

    Was für eine Motivation und welcher Rahmen mögen wohl hinter diesem Feuerwerk gesteckt haben?

    Hier sind unsere Antworten nach möglichen Beweggründen:


    Dem inneren Kind zuliebe

    Als Junge meines Jahrgangs habe ich Feuerwerk geliebt. Ich glaube, weil es so erschreckend war – aber sobald man Kontrolle übernahm also aktiv mitmachte – dann doch wieder nicht. Meine ersten Knallerbsen verbargen sich in einer runden Pappschachtel voller mit Sägespäne: zehn Stück, aus Papphütchen und mit einem buntem Aludeckel.

    Anderen zur Freude

    Es gibt viele Menschen, die bunte Feuerbälle am Nachthimmel mögen, es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht selbst verantworten möchten. Der oder die Feuerwerker aus dem Video könnten es sich geleistet haben, diesen Mitmenschen eine Freude zu machen.

    Etwas besonderes zu feiern

    Um aus etwas Gewöhnlichem etwas Außergewöhnliches zu machen, ist es erforderlich, in ausreichendem Maße Zeit und/oder Geld zu investieren. Dafür braucht es einen außergewöhnlichen, absehbaren Anlass, denn wie gesagt: Das geht nicht ohne Planung vonstatten. Der Grund muss auch in diesem Falle gewichtiger als die Kosten eines Feuerwerks gewesen sein.

    Selbstdarstellung

    Wer ein Feuerwerk gibt, der steht im Mittelpunkt des Interesses. Das war bei Königen so, dass gilt auch für die größeren Schützenplätze in den örtlichen Städten. Im kleineren Rahmen mag es die Nachbarschaft sein, die bald wissen dürfte, wer das Feuerwerk gezündet hat. So ein schönes Feuerwerk, dass könnte honoriert werden. Dass der Selbstdarsteller sich den Unmut vieler benachbarter Herrchen und Frauchen von Piepsi, Mietzi und Wuffi zugezogen haben dürfte – das fällt erst später auf.

    Für mich stellt sich das so dar:
    Das war wohl jemand bei Kolborn.
    Wenn mich jemand eines besseren belehren kann – Feuer frei!

    Besten Gruß, Olaf
  • Von Ruinen und Windrädern

    Von Ruinen und Windrädern

  • #MSNT oder wenn Hedonisten politisch werden

    #MSNT oder wenn Hedonisten politisch werden

    Sollen sie mal ruhig. Ich schaue mir das vom Rand aus wohlwollend an. Wichtig ist, bei der Party die Earplugs nicht vergessen. Ich bin zu alt für so’n scheiß. Das Piepen hat nach acht Stunden Schlaf nicht aufgehört.

    Egal! Ich war sehr beeindruckt und fand das sehr geil.

    ArctiaFestiva, wenn es etwas mehr Bass sein darf.
    In Szene setzen, braucht Energie und knowhow
    Lotte regelt das!
  • #MSNT wird erwachsen

    #MSNT wird erwachsen

    … wird es irgendwann mal heißen.

    Ich bin zu alt für so’n scheiß. Das Piepen hört auch nach acht Stunden nicht auf. Dabei war ich nur ganz kurz in der Living Boombox oder „ArctiaFestiva“, wie so offiziell hieß.

    Motte an der Beluga in
    Lotte regelt
  • Revolution! oder: Fahr Rad!

    Das Velo war Heilsbringer und Höllen­maschine zugleich, Fortschritt und Niedergang in einem. Als «Sozial­revolutionär» feierte ein New Yorker Journalist das neue Verkehrsmittel. Als einen «Apostel des Völker­friedens» bezeichnete es gar der Potsdamer Schriftsteller Eduard Bertz in seinem Buch «Philosophie des Fahrrads».

    Andere fürchteten die Verrohung der Sitten, den Verfall der Traditionen und den schädlichen Einfluss auf die Gesundheit. Mediziner diagnostizierten absurde Krankheits­bilder. Das Velo wurde für Herz- und Lungen­krankheiten verantwortlich gemacht, für Gehfehler, für krumme Rücken, Arme, Beine und Zahnfleisch­beschwerden. Besonders hoch im Kurs stand das «Fahrradgesicht». Ärzte befürchteten, dass sich die angespannte Mimik während des Velofahrens derart ins Gesicht einbrennen würde, dass es sich dauerhaft verformen könne. Diese Gefahr bestünde vor allem bei Frauen – für manche ein sehr gelegenes Argument, um Frauen vom Velofahren abzuschrecken.

    Republik„, Von Ingwar Perowanowitsch

    Alle haben eine schöne Erinnerung an ihr Leben mit dem Fahrrad. Warum die wiederentdeckte Art sich zu bewegen auf soviel Gegenwehr von Teilen der Gesellschaft stößt, ist Thema des oben verlinkten Artikels aus der Schweiz. Unbedingt lesenswerter Zeitvertreib mit Vorlesefunktion und Aha-Effekt.

  • Mit Fahrradanhänger in der Bahn

    Mit Fahrradanhänger in der Bahn

    Trübe Aussichten bestimmten das Frühstück. Schade eigentlich, aber weder Wetter noch Strecke wären zur Freude des Radlers geeignet gewesen.

    Elf Kilometer westlich von Tangermünde liegt die Kreisstadt Stendal auf dem Weg nach Kalbe, unserer letzten anvisierten Destination dieser Reise. Dazwischen und bis dahin: Altmark. Und zwar nur die Mark. Keine Dörfer von Belang, keine Aussichts- oder auch nur Rastpunkte die den Namen verdienen würden, zumindest blieben sie während der Tourenplanung am Vorabend verborgen. Stattdessen: Kreis-, Land- und Bundesstraßen bis Kalbe.

    Radweghölle nennen wir die bestenfalls von Radpendlern und Abgas resistenten Ausdauersportfans geschätzten Kurzverbindungen neben Straßen. Wir nehmen sie zur Kenntnis, wissen um ihren Wert für die Radfahrgemeinde und vermeiden sie, wo wir nur können.

    Darum, und weil auch der Weg von Kalbe ins Wendland wenigstens bis Arendsee beziehungsweise Salzwedel nicht sooo reizend ist, disponierten wir um.

    Weil jeder Tag im Leben etwas Besonderes bieten soll, hatte ich für mich als Premiere das Erleben der Fahrradanhänger-Logistik in Verbindung mit der Deutschen Bahn ins Auge gefasst.

    Also: Fast forward zum

    Bahnhof Stendal

    Von Gleis 3 fährt die R20 nach Salzwedel.

    Der Aufzug zum Gleis ist lang genug fürs Rad und der Anhänger passt daneben. Zug um Zug geht es abwärts.

    Den Aufzug der uns auf unseren Bahnsteig heben soll, ziert ein roter runder Defekt-Sticker und unter (fast) stillem Fluchen nehme ich die Herausforderung an. Positiv denken!

    Wenigstens hat die Treppe unter dem Geländer eine Steigrinne. Das Gepäck muss aus Platzgründen ab. Die beiden Satteltaschen und die Rolle sind schnell gelöst, Melinda hält an meinem Rad Wache, ich schiebe Ihr Rad über die Rinne bergauf.

    Der Vorgang wiederholt sich für mein Rad. Den Anhänger hebe ich im gepackten Zustand an und steige nach oben. Mission accomplished.

    Melinda bringt ihr Rad zuerst in das leere Fahrradabteil, dann folgt der Hänger (den ich blödsinniger Weise rolle – ist ja ein Rad dran – dauert trotzdem länger als tragen) und zu guter letzt mein Rad.

    Das ist ein 360 Grad Video. Der Blickwinkel liegt im Auge des Betrachters. Cursor oder Maus ändern die Sicht.

    Das war es. Ich habe Hänger und Rad sozusagen rückwärts abgestellt und angekoppelt. Die Zugbegleiterin würdigt meinen Hänger keines Blickes. So einfach, so gut.

    Das Rausfahren geht noch leichter. Die Regionalbahn bietet genug Platz, mit Rad und Hänger schräg aus dem Waggon zu fahren. Wie das Auszugfahren geht, hatten wir ja schon geübt, auch wenn in den Salzwedeler Aufzug zur ein Element zur Zeit passt. Der Vorgang Gleiswechsel dauert ohne Unterbrechung etwa 7 Minuten. Gut zu wissen.

    Ach ja: fast forward nach Lüchow, es regnet, wir verlassen bei Saaße die Radweghölle und kommen über die Feldwege bis zum Schulviertel in Lüchow.

    Einen Tag zu früh, aber hey: Ist doch Urlaub und keine Terminsache.

  • Tangermünde – StadtRundGang

    Tangermünde – StadtRundGang

    Irgendwie ist Tangermünde ja eine coole Destination. Dank an @David für den Tipp!

    Was macht die Kleinstadt an der Elbe nun so besonders? Da ist zum einen natürlich die Altstadt mit vielen Fassaden aus dem 17.-Jahrhundert. Zum anderen scheinen hier einige Akteure das Thema „Stadtentwicklung“ in die eigene Hand genommen und eine ganze Reihe von Touri-Hotspots aufgezogen zu haben. Hotel, Gaststätte, Kneipe und Andenkenladen – eine Art Überraschungsei auf Stadtnievau sozusagen. Alles im ähnlichen Stil und mit viel Phantasie, Mut und wohl auch einer gehörigen Menge Kapital aufgezogen.

    Selbst laufen

    Bemerkenswert ist Selbstläufer. Dahinter verbirgt sich eine Schnitzeljagd durch die Altstadt – vorbei an den meisten touristischen Höhepunkten und – und das ist der Clou – das alles ganz ohne App und dafür mit versiegelten Rätseln auf … Papier!

    Wir hatten, ohne es zu wissen, eigentlich schon die Hälfte der Tour auf eigene Faust absolviert. Trotzdem ist der Preis von immerhin 29 Euro ganz gut investiert, denn: Eine reguläre Stadtführung für zwei Personen wäre mit Tipp wohl etwa gleich teuer geworden. Der Selbstläufer spielt seine Stärke bei der individuellen Tempo-Pause-Mittag-Vorliebe des/der Teilnehmenden aus.

    Richtig Spaß macht die Schnitzeljagd natürlich mit mehreren Personen. Daumen hoch für ein nachahmenswertes Tool für Rundreise-/Touristenguides.

  • Tangermünde – ach wie hübsch

    Tangermünde – ach wie hübsch

    Dit is doch ma wat, wa? Solch hübsche Altstadt ist nicht aller Tage Besuch.

    Drum: Umdisponiert! Statt morgen früh mit Regen UND Wind Richtung Magdeburg zu strampeln, bleiben wir bei Regen in Tangermünde.

    Vielleicht ist mein Kater dann wieder weg und wir kürzen Richtung Kalbe ab, um wieder ins Wendland zu kommen.

    Also: Ein Tag mehr in Tangermünde. Ob das Wetter mitspielt, ist morgen erst einmal egal. Wir machen Museums-hopping mit Fotoschick.

    Was kommt: Donnerstag dreht der Wind und kommt aus Süden. Freitags wird es wärmer und das bisschen Regen ficht uns nicht mehr an.Also: Morgen aus Tangermünde um uns rum.

  • Windige Strecke

    Windige Strecke

    Alter Lachs ist das schön, wieder unterwegs zu sein! Aufgebrochen und gleich frische Luft im Überfluss und voll ins Gesicht!

    Heute ist Windstag. Das ist für Ebikes das natürliche Habitat und für deren Fahrerende nur dann ein Problem, wenn am Ende des Akkus noch viel Strecke bleibt.

    Wichtiger Bestandteil unserer Ausrüstung ist der Windbreaker, der während der Odertour des Vorjahres als Regenjacke so grandios versagte. Als Windbreaker taugt das Teil.

    In Verbindung mit Weste und einem leichten Second-Layer ist 11 Grad gut zu ertragen. Selbst die eher ätzenden Schweiß-/Kaltwechsel lassen sich so durch geschicktes auf- und zuzippen gut regulieren.

    Kein Problem also! Test bestanden.

    In Havelberg (etwa Bergfest der Etappe) haben wir eine der Ladestationen gefunden, die Akkus ans Netz gehängt und können nun ganz entspannt nach Tangermünde fahren (bzw. fahren lassen, wie Deti sagen würde).

    Übrigens konnte uns weder die freundliche Apothekerin, noch ihre Kollegin sagen, wo es eine solche Lademöglichkeot für Räder geben würde.

    Sie ist – wortwörtlich – nur einen Steinwurf von der eigenen Arbeitsstelle entfernt!

    Merke: Let your people know about the good stuff in town!